Baumschutz und Haushalt im Bezirk Mitte (14. Sitzung vom 7. September)

Letzte Woche gab es eine Sitzung der Bezirksvertretung und in etwas kürzerer Form hier ein Bericht. Die Tagesordnung findet ihr wie im üblich im Ratsinformationssystem.

Sachstand Leipziger Straße

Hierzu empfehle ich den WAZ Artikel. Der sagt eigentlich alles, was man dazu wissen muss. Und um es vorweg zu nehmen: Es gab nicht viel neues, keine auffällige Region und jetzt verstärkte Kontrollen.

Haushalt

Der Haushalt ist im Bezirk einfach durchgelaufen. Das ist nicht unüblich. Man steht zu Beginn der Verhandlungen, die am Ende eh im Hauptausschuss stattfinden. Anträge können auch ohne Abstimmung gestellt werden. Ich habe in dem Zusammenhang zum Beispiel 7.000 Euro für die Aufwertung der Hauptstraße mit zwei Bäumen beantragt. Anders sind Prüfaufträge, bei denen die Verwaltung aufgefordert wird, bestimmte Kosten festzustellen und der Politik für die folgenden Beratungen zur Verfügung zu stellen. Diese müssen (eben wegen des Aufwandes) im Bezirk abgestimmt werden. Bei mir waren dies ein Auftrag zur Prüfung des Zustandes der Sparkassenstraße (vor allem des Radschutzstreifens) und zur Wiederherrstellung des Schulhofes Hansa-Schule für die Öffentlichkeit. Andere haben auch Anträge gestellt, die für mich schon teilweise über den Prüfcharakter hinaus gingen, aber gemerkt habe ich mir diese leider nicht. Finde wenn jemand etwas halbwegs normales geprüft haben soll, stimmt man eben zu. War generell aber alles einstimmig – was aber wie gesagt keine Zustimmung zum Vorhaben selber bedeutet 🙂

Umbau der Ebertstraße

Für den Umbau der Ebertstraße von der Vattmann- bis zur Florastraße sollen 75% aller hier stehenden Bäume gefällt werden, 40% davon werden auch nicht mehr ersetzt. Für mich Grund genug abzulehnen. Mehr zu dem Thema auf der Homepage der GRÜNEN und im WAZ Artikel.

Baumfällungen

Auch hier habe ich nicht zugestimmt, wenn auch nur eine Enthaltung vorlag. Zwei Bäume auf der Gasstraße befinden sich eben in der Nähe des Messgerätes für Schadstoffe auf der Kurt-Schumacher-Straße und mit vielen kleinen Mitteln gelingt es mühsam die Luftqualität dort so verbessern, dass sie unter die hohen Grenzwerte fällt. Vor Ort wurde von den dann in der Sitzung sehr drastisch beschriebenen Eingriffen in die Häuser auch nichts gesagt.

Dach für den Busbahnhof

Über eine Dachkonstruktion für den Busbahnhof wurde auch gesprochen. Ich hatte nach Dachbegrünung, Solaranlagen und Regenwassergewinnung gefragt, die es alles nicht gibt. Aber aus erstmal nachvollziehbaren Gründen: Entweder ist die Statik nicht ausreichend bzw. ist Wasser im Bau nicht gewünscht, da dies der Grund für die aktuellen Bauarbeiten ist. Der Bau wird übrigens im Frühjahr des nächsten Jahrs beginnen.

Schutzstreifen auf der Hohenzollernstraße

Hier habe ich mich etwas schwer getan. Ich fahre zwar selber viel Rad und habe das auch an der Ringstraße getan, aber kann die Befürchtungen gut verstehen, die gerade neue oder ungeübte Radfahrer im Straßenverkehr bei stark befahrenen Straßen haben. Von daher müssen wir das Radwegenetz so ausbauen, dass es neue Menschen dazu bringt für kurze Strecken auf das Rad zu wechseln. Wie CDU und SPD auch hatte ich meine Bauchschmerzen dabei. Am Ende war es mir aber zu unklar beantwortet, ob nicht ein Bürgersteig und Radweg nebeneinander möglich wäre. Also Enthaltung.

Anfragen

Anfragen habe ich nochmal zur Hansaschule und dem Schulhof dort sowie zur Fußgängerampel Ringstraße / Augustastraße gestellt, die in den Abendstunden anders als am Tag nicht bei einer Grünphase zu überqueren ist.

Bürgerhaushalt: Radwegenetz

Gestern war ein langer Tag, darum erst um kurz nach Mitternacht der Vorschlag des Tages zum Bürgerhaushalt:

Es fehlt in Gelsenkirchen eine wirkliche und annehmbare Radfahrverbindung von Nord (Buer) nach Süd (Gelsenkirchen).

Klar, dass einem GRÜNEN dieser Vorschlag gefällt, beschreibt er doch eins der Grundprobleme der Stadt. Auch die deutliche Zustimmung im Vergleich zu anderen Projekten zeigt die Dringlichkeit.

In den Kommentaren gibt es auch bereits einige interessante Ideen:

Eine neue Tramtrasse durch die Willy-Brandt-Allee. Anbindung der Veltins-Arena durch den Stadtbahntunnel. Die Tramtrasse der 302 könnte zu einer Radtrasse umgebaut werden. Gleiches gilt auch für bestehende und ehemalige ÖPNV-Trassen z. B. auf der Ringstrasse oder auf der De-la-Chevallerie-Str. Der Busverkehr müsste an den Fahrbahnrand verlegt werden (eigene Busspur im Citybereich) [Bahnschalker]

und

Der Vorschlag setzt richtig bei der Nord-Süd-Verbindung an und sollte weiter konkretisiert werden. Ganz wichtig wäre z.B. eine sichere Radverbindung für die Schülerscharen, die allmorgendlich aus Ückendorf zur Innenstadt bzw. aus der Innenstadt zur Gesamtschule Ückendorf fahren. Mein Vorschlag: Die Bochumer Straße wird für Autos zur einspurigen Einbahnstraße, der so eingesparte Platz wird für einen Radweg in beiden Richtungen verwendet. Im Bahnhof sollte der rechte (östliche) Durchgang für Fahrradfahrer geöffnet werden, so dass eine Verbindung zur Ringstraße möglich wird. [PaulHumann]

Ob so umsetzbar ist unklar, aber der Weg nach Norden ist wirklich nur über Umwege sicher mit dem Rad zurück zu legen. Gerade zur Ringstraße und Kurt-Schumacher-Straße (Schalker Meile) gibt es auch noch spezielle Vorschläge. Ich werde diese verlinken, wenn ich darüber stolpere.

Schalker Meile mit dem Rad

Ich habe ein neues Fahrrad und das wurde in den letzten Tagen auch ausgiebig getestet. Gestern Abend ging es dabei bis nach Sutum und natürlich stand die Frage im Raum: Wie kommt man da aus der Altstadt am besten hin? Ich habe mich schließlich – auch aus Zeitgründen – für den direkten Weg über die Kurt-Schumacher Straße entschieden. Und ab der A42 ist das auch Richtung Norden kein Problem und bis zur Berliner Brücke kann man ja über Parallelstraßen auch gemütlich fahren. Aber die Schalker Meile ist meines Erachtens die größte Baustelle im Radwegenetz, da es keine wirklich gute Ausweichroute gibt. Ich hatte gestern Abend ja noch Glück, weil es schön leer war auf dem Stück, aber um diese Uhrzeit dort mit dem Fahrrad zu fahren ist für den Radfahrer sicher lebensgefährlich und für Autofahrer ja auch nur nervig. Ob der Umweg über Hornbach eine vernünftiger Ausweichweg ist, habe ich gestern jetzt aber auch nicht getestet. Die Notwendigkeit bestand ja nicht.

Ehrlich gesagt fehlt aber auch die einfache Lösung für diese Lücke. Die Bürgersteige sind knapp bemessen, die Straße zentral für das Verkehrsnetz in Gelsenkirchen und zudem noch mit der Straßenbahn in der Mitte macht es schwierig.

Habt ihr Ideen, wie man dort Abhilfe schaffen kann? Oder gute Ausweichwege, die nicht gleich Grothusstraße oder Bismarck bedeuten? Wo seht ihr noch große Baustellen im Radewegenetz? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. (Nicht nur im Bezirk Gelsenkirchen-Mitte :D)

Im übrigen: Wie es der Zufall so will, gab es heute bei Sarah Burrini’s „Das Leben ist kein Ponyhof“ ein Bild zu genau diesem Thema. (CC by-nc-nd Lizenz)

Mit dem Fahrrad durch die Großstadt

Mit dem Fahrrad durch die Großstadt (CC-by-nc-nd Lizenz von Sarah Burrini)