Königstraße und Hörgeräte, Bäume und mehr – 13. Sitzung der BV Mitte

Am Mittwoch war wieder Sitzung der Bezirksvertetung Mitte. Die komplette Tagesordnung mit allen Vorlagen gibt es wie immer am Besten im Ratsinformationssystem der Stadt. Auch die Abstimmungsergebnisse kann man dort einsehen, nur in zwei Fällen habe ich mich enthalten, was weiterhin eine Einstimmigkeit daraus macht, aber trotzdem für mich problematische Punkte enthielt, die zwar nicht für die Ablehung, aber schon für Nichtzustimmung reichten.

Weiterlesen

Twitterprotokoll: Ratssitzung 21. Mai 2015

Nach der Hauptausschusssitzung fand am 21. Mai um 15 Uhr die Sitzung des Rates statt. Nachdem die SPD die Kritik am Vorgehen beim Beschluss des Aufhebungsvertrag am Vormittag mit ihrer absoluten Mehrheit in den Rat verschoben hat, stand auch diese neben der Einrichtung des Untersuchungsausschusses auf der Tagesordnung. Dazu die Genehmigung einer Ordnungsmaßnahme gegen Ali-Riza Akyol von WIN aus der letzten Sitzung und der Leitplan Inklusion. Mehr im Twitterprotokoll: Weiterlesen

Blindenfußball

Blindenfußball

Gestern wurde in Feldmark an der Sportanlage Fürstinnenstraße die neue Blindensportanlage eingerichtet. Wir hatten in der Bezirksvertretung die Förderung dieser Sportstätte vor einem Jahr beschlossen (Vorlage zur Ursprungsförderung und Ergänzung wegen Kostensteigerung) und ich war damals schon gespannt, wie dies in Realität aussieht. Umso mehr habe ich mich über die Einladung zur Eröffnung gefreut und selber mal die Erfahrung zu machen, wie es ist blind zu sein – wenn auch nur für einige Minuten.

Einen kleinen Überblick über das Spiel bietet dieses Video von Radio Emscher Lippe. Für alle, die es nicht in bewegten Bildern sehen wollen die Regeln in Kurzform: Der Ball selber gibt ein Geräusch von sich, ähnlich einer Rassel. Wer in der nähe des Balls ist (ohne ihn zu führen) muss „Voi“ sagen, um seine Bewegung bekannt zu machen. Es gibt noch einige Personen am Spielfeldrand und hinter dem gegnerischen Tor, die etwas bei der Orientierung helfen und wie nah man am Tor ist (bezüglich der Schussposition). Der Rest ist ähnlich wie beim „normalen“ Fußball, nur das Feld ist etwas kleiner und der Ball selten hoch gespielt.

 

Nach dem Turnier konnte ich auch für einige Minuten mitspielen. Dazu wurden mir die Augen mit Eye-Pads zugeklebt, beim Spiel kam eine zusätzliche Binde hinzu. Auf dem Bild erkennt man vielleicht eine gewisse Unsicherheit von mir und: Ja, die gab es. Ich denke in dem Moment habe ich entweder überlegt wo das gegnerische Tor eigentlich ist oder noch schlimmer wo ich überhaupt stehe 🙂

Die ersten Minuten waren schon unheimlich, wenn man die Umgebung nicht sehen kann und auf andere angewiesen war, um sich bewegen zu können. Das hatte dann was von Tierparaden, als wir zum Feld gebracht wurden. Auf dem Feld kam dann die Orientierungslosigkeit dazu, spätestens wenn man das erste mal „voi“ rufend Richtung Ball gelaufen war – oder (was eher der Fall war wie mir berichtet wurde) geradewegs daran vorbei und sich dann zurück drehte. Nicht nur die Frage der Richtung, auch Entfernungen wurden für mich schwerer abschätzbar. Wie weit vorne war man? Ich wusste es eigentlich nie wirklich. Und wie soll man einen Ball treffen, der direkt vor einem auf den Boden liegt, aber keinen Laut von sich gibt? Ich habe mehrere Versuche und Drehungen gebraucht 😀

Allein für diese Erfahrung hatte sich der Besuch bereits gelohnt, denn über das Spiel hinaus hat es einen Einblick in das Leben und Schwierigkeiten sehbehinderter Menschen gebracht. Sicherlich „sieht“ man mit einiger Erfahrung anders und hat weniger von den Problemen, die ich beschrieben habe, dennoch ist es für mich ein Einblick in eine ganz andere Welt gewesen und die selbstverständliche Bedeutung des Sehens nochmal deutlich gemacht.

Auch die sportliche Leistung konnte ich noch besser einschätzen. Vorher hatte ich schon Respekt vor der Leistung ohne etwas sehen zu können Fußball zu spielen, jetzt war es noch beeindruckender. Dem Verein für Bewegungssport und dem Verein für Behindertenfußball in Gelsenkirchen wünsche ich dementsprechend noch viel Spaß und Erfolg auf dem neuen Platz und hoffe er wird lange in dem guten Zustand bleiben, wie ich ihn gestern kennenlernte.