Logistik an die A42 (WBT 3. Sitzung, 04.12.2014)

Logistik an die A42 (WBT 3. Sitzung, 04.12.2014)

Die Tagesordnung zur heutigen Sitzung versprach schon eine kurze Sitzung – und so war es dann auch. Auf dem Bild könnt ihr ja sehen, dass es heute nur Berichte gab. Mein Beitrag dreht sich heute darum auch nur um ein Thema, was in den Medien ja bereits dargestellt wurde: Die Ansiedelung eines Logistikunternehmens im Gewerbepark an der A42.

Die Deutsche Lagerhaus kauft 50.000 m² des Gewerbeparks und wird darauf entsprechende Einrichtungen bauen, die dann weitervermietet werden und schon Mitte kommenden Jahres könnten so 200 Arbeitsplätze entstehen. Die Firma hat auch bereits eine Kaufoption für weitere 26.000 m², womit nach Angaben der Firma weitere 200 Arbeitsplätze realisierbar sind. Im übrigen wäre der Gewerbepark – der aus 80.000 m² besteht – damit so gut wie vermarktet. Aber gut, freuen wir uns zunächst am aktuellen Erfolg.

In den sozialen Medien hatte ich Kritik dazu vernommen, dass man IKEA ja jetzt die Tür vor der Nase zugeschlagen habe. Also abgesehen davon, dass ich einfach glaube, dass IKEA offene Türen gerne hat, um die Städte gegeneinander auszuschlagen, ist heute nochmal eindeutig gesagt worden, dass dies nicht der Fall war. Die Stadt war bis zuletzt an IKEA dran und hatte die Fläche auch nicht aktiv vermarktet, aber auf Anfragen – wie jetzt von der Deutsche Lagerhaus GmbH – reagiert. IKEA war nach der Anfrage der DLG kontaktiert worden und hat dann seinerseits bekundet, nicht mehr interessiert zu sein. Die Stadt sei aber durch den Oberbürgermeister weiter daran, IKEA räumlich nah an Gelsenkirchen heran zu holen.

Ganz unabhängig von der Frage, wie gerne man einen IKEA in Gelsenkirchen hätte oder einem vermutetem Imagegewinn, kann man mit der Lösung zufrieden sein. Wenn man dieses Angebot nicht weiter verfolgt hätte in Hoffnung auf ein schwedisches Möbelhaus, stände man in Kürze wahrscheinlich ganz ohne etwas da. Die jetzige Lösung greift im Übrigen ab dem nächsten Jahr bereits und würde wohl auch keine Rückzahlung von Fördermitteln. Gelsenkirchen ist damit jetzt drittgrößter Logistikstandort im Ruhrgebiet nach Duisburg oder Dortmund [[keine Reihenfolge]].

Tagesordnung WBT 04.12.2014

 

IKEA Entscheidung im Dezember?

IKEA Entscheidung im Dezember?

Es gibt neues in Sachen IKEA. Nach einem Bericht der Dattelner Morgenpost steht neben den bekannten Standorten und der Umsiedlung in Essen auch an einem weiteren Standort ein Neubau an. Im Rennen sind nach dem Bericht Castrop-Rauxel, Herne, Bottrop oder eben Gelsenkirchen.

Die besten Aussichten habe Castrop Rauxel, Herne habe sich nicht wirklich bemüht und zu Gelsenkirchen heißt es:

In Gelsenkirchen war das Gelände des so genannten Gewerbeparks im Gespräch. Für das als Industriefläche ausgewiesene Gelände gibt es nach Angaben von Sprecher Martin Schulmann aber auch Anfragen seitens der Industrie. „Wir haben hier konkurrierende Angebote.“ Auch käme auf die Stadt eine Rückzahlung von EU-Mitteln in Millionenhöhe zu und der Bebauungsplan müsste für den Bau eines Ikea-Möbelhauses geändert werden. „Das Gelände wurde mit EU-Mitteln als Industriefläche aufgearbeitet“, erklärt der Stadt-Sprecher. Daher sei Ikea eine andere Fläche im Süden der Stadt mit Anbindung an die A 40 angeboten worden – „die war dann aber nicht gefragt“, erklärte Stadtsprecher Schulmann weiter.

Man kann also davon ausgehen, dass Gelsenkirchen nicht als Standort gewählt wird. Ob man dies der Stadt nun vorwerfen will, wage ich trotz entsprechender Äußerungen in den sozialen Netzwerken zu bezweifeln. Wenn man Gelder bekommen hat, um ein Gelände für die Industrie umzubauen wirkt das Problem noch größer als die Pläne zur Entwicklung der Innenstädte. Wir reden von Millionen, die zurück gezahlt werden müssen. Die müssen sich langfristig erstmal wieder einspielen. Die Entscheidung fällt dazu bereits im Dezember.

Interessant noch die Aussagen der Sprecherin von IKEA ganz am Ende:

[Demnach] profitiert eine Kommune bei einer Ikea-Ansiedlung von „Gewerbesteuereinnahmen in siebenstelliger Höhe“. Zudem schaffe der Konzern mit jedem Einrichtungshaus 150 bis 200 neue Arbeitsplätze, jeweils zur Hälfte für Voll- und Teilzeitkräfte – „fest angestellt und sozialversichert“.

Aber auch hier gilt es sicherlich vorsichtig zu sein, wieviel von den Aussagen stimmt. Eine solche Aussage ist natürlich auch gut geeignet politische Stimmung zu erzeugen. Aber selbst wenn es stimmt, kann man die Folgen für den Einzelhandel und vor allem die Förderproblematik nicht einfach vom Tisch wischen.

IKEA vom Tisch?

IKEA vom Tisch?

Gerade bin ich eher zufällig über einen Artikel im Essener Lokalteil von derWesten gestoßen, in dem es heißt „Ikea bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit in Essen…“. Neben Fragen, wie es mit der aktuellen Fläche in der Innenstadt weitergeht und einer genaueren Beschreibung der geplanten Fläche heißt es weiter:

Am neuen Standort stehen Ikea gut 23 000 Quadratmeter Nettoverkaufsfläche zur Verfügung gegenüber 13 000 jetzt. Weil Ikea gerne in Essen bleiben möchte, sei man auch kompromissbereit, was die Beschränkung des Sortiments angeht, an der sich auch künftig nichts ändern soll. Settergren: „Die Verhandlungen sind noch nicht beendet, aber wir sind optimistisch.“

In Gelsenkirchen gab es auch Interesse an einigen Flächen, die aber wegen Förderungen nicht passend erschienen und aufgrund des Schutzes der Innenstädte eben auch die Sortimentswünsche problematisch waren. (Weitere Artikel dazu hier)

Offiziell aus Gelsenkirchener Sicht gibt es natürlich nicht, aber ich denke, dass ein Markt in Gelsenkirchen damit vom Tisch sein sollte. Ehrlich gesagt habe ich mich aber auch gefragt (oder das irgendwo gelesen?) ob IKEA mit den Anfragen in anderen Städten nicht nur die Verhandlungssituation in Essen verbessern wollte. Ob ein „Ja, und“ wie die CDU es im letzten Ausschuss für Wirtschaftsförderung angedeutet hatte, an dieser Entscheidung irgendwas geändert hätte, wage ich deshalb einfach mal zu bezweifeln.

IKEA – Update

IKEA – Update

In Sachen IKEA ein Update zu geben ist sicherlich etwas übertrieben, denn soviel neues gibt es da nicht zu vermelden. Im Stadtplanungsausschuss wurde das Thema besprochen. Leider hatte ich einen anderen Tag im Kopf (Donnerstag anstatt Mittwoch) und war dementsprechend von der Presseberichterstattung auch zeitlich überrascht. Allerdings war das Thema für mich damit erstmal durch. Ich hatte ja schon in einem anderen Artikel darauf hingewiesen, dass IKEA offenbar mehr wollte als ein Möbelhaus. Und auch bei der Stadt wird dies deutlicher dargestellt:

Das seinerzeit von Ikea vorgestellte Konzept ging dabei von einer Verkaufsfläche von insgesamt 55.000 Quadratmetern aus. Davon waren aber nur rund 25.000 Quadratmeter für ein klassisches IKEA-Möbelhaus vorgesehen. Innerhalb dieser Fläche werden auf 20 bis 25 Prozent der Fläche Sortimente angeboten, die auch in den Stadtzentren Gelsenkirchen und Buer verkauft werden. Dazu gehören Geschenkartikel, Heimtextilien, Bettwaren, Hausrat, Porzellan, Glaswaren, Lampen und Leuchten, Spielwaren, Babyartikel etc..

Die Fläche wäre damit größer als die von Buer – selbst die 30.000 m² Nicht-Möbel kommen fast an die 40.000 m² in Buer heran. Aber kurz darauf gab es dann die Meldung, dass IKEA ein kleineres Modell inzwischen priorisiert. Die CDU habe mit IKEA gesprochen:

„Unseres Wissens nach ist der oft zitierte Mega-Shop vom Tisch“, stellte Guido Tann fest. Ikea wolle sich im Fall einer Ansiedlung an der Uechtingstraße im Kern auf das Möbelgeschäft konzentrieren und auf ergänzende Fachmärkte verzichten, die im Jahr 2010 noch ein Thema waren.

Die Stadt hat daraufhin nochmal mit IKEA Kontakt aufgenommen.  Aber wenn ich mir angucke, welche Diskussionen gerade in Essen laufen – da geht es auch um die Erweiterung des bestehenden IKEA Marktes – zweifle ich an, dass IKEA einen reinen Möbelmarkt anstrebt. Dort geht es auch nicht nur um 23.000 m² für das Kernsortiment, sondern um mehr. Und bei allem „Prestige“ stehe ich einem Einkaufszentrum auf der grünen Wiese mehr als skeptisch gegenüber. Der Innenstadt geht es schon eh nicht gut, das wäre dann noch problematischer.

Wirkliche Neuigkeiten gibt es darum nur begrenzt. Morgen ist dies auf Antrag der SPD nochmal Thema im Ausschuss für Wirtschaft- und Liegenschaften, vielleicht gibt es dann neues zu berichten.

Passt IKEA nicht nach Gelsenkirchen?

Passt IKEA nicht nach Gelsenkirchen?

Heute berichtete Radio Emscher-Lippe, dass der bekannte Möbelhersteller IKEA einen Standort an der A42 suche und auch Gelsenkirchen angefragt hatte, aber eine Absage bekommen hatte:

Die Stadt musste allerdings absagen – unter anderem, weil IKEA nicht ins Einzelhandelskonzept passt. […] Das Gelände an der Uechtingstraße ist außerdem mit wichtigen Auflagen verbunden, an die sich die Stadt halten muss. Deshalb sei eine mögliche Ansiedelung von IKEA an diesem Standort nicht möglich, hat uns auch die Industrie- und Handelskammer in Gelsenkirchen gesagt.

Bei facebook sammelte sich Kritik gegen diese Entscheidung bei REL und „I love Gelsenkirchen“ in den Kommentaren. Auch ich hatte und habe aus dem Bauch raus gefragt, ob es wirklich mit einem Einzelhandelskonzept so problematisch ist, wenn nun ein Möbelgeschäft wie IKEA nach Gelsenkirchen kommt. Natürlich gibt es da neben Möbeln auch mehr, aber ob IKEA damit eine Schwierigkeit für die Innenstädte wäre. Aber ich muss mir für eine solche Entscheidung erstmal das Konzept genauer angucken.

Inzwischen hatte die Stadt aber auch per Pressemitteilung reagiert:

Gelsenkirchen hat Ikea nicht „abgewunken“, wie es „radio emscher lippe“ berichtet hat, sondern musste die Anfrage nach dem Standort Gewerbepark A42 aus verschiedenen rechtlichen Gründen leider ablehnen.
Das heißt nicht, dass eine Ikea-Ansiedlung in Gelsenkirchen unerwünscht ist, sie ist schlicht an dem Standort Gewerbepark A42 nicht möglich.
Dafür gibt es verschiedene Gründe: Das Gelände, eine ehemalige Industriefläche, gehört NRW.Urban und ist mit viel Aufwand und öffentlichen Mitteln saniert worden. Die Ansiedlung von Unternehmen ist mit Auflagen verbunden, an die sich die Stadt Gelsenkirchen halten muss. Zu diesen Auflagen zählt, dass eine Einzelhandelsnutzung, wie sie von Ikea gewünscht wird, ausgeschlossen ist. Bei einem Verstoß gegen die Auflagen muss die gesamte Fördersumme von mehreren Millionen Euro zurückgezahlt werden. Die von Ikea gewünschte Grundstücksgröße steht bei der vorgegebenen Aufteilung zudem nicht zur Verfügung.

Dieser Grund würde etwas mehr Sinn machen, denn Millionen dafür zu zahlen, dass IKEA kommt ist doch etwas viel. Auch habe die Stadt laut Facebook eine Alternative angeboten:

Zu ergänzen bleibt noch, dass Ikea das Angebot, auf eine andere Fläche in Gelsenkrichen zu gehen, abgelehnt hat.

Dennoch ist Einzelhandel doch noch ein Thema, wie man an der PM

Es stimmt, dass sowohl die landesplanerischen Vorgaben als auch das Einzelhandelskonzept einer Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel widersprechen.

oder auch facebook sehen kann

Wir reden hier über einen Standort direkt an der Autobahn mit einer geplanten Verkaufsfläche, die größer ist als die von allen Geschäften in Buer zusammen. Dort werden dann mehr Elektroartikel, Textilien, Geschenkartikel, Blumen, Haushaltswaren etc. angeboten, als in den Geschäften von Buer … und natürlich auch noch Möbel.

Das Thema wird wohl auch im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss nächste Woche (Donnerstag, 16 Uhr, Rathaus Buer) Thema werden und ich werde mich erkunden, was dort raus gekommen ist 🙂