Kostenlos aber nicht frei: WLAN in der Innenstadt

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Es war heute der Aufmacher im Lokalteil der WAZ und es ist ja auch nicht schlecht: Mit Gelsennet wird es nun kostenloses WLAN in der Innenstadt geben. Und offenbar meint das momentan auch wirklich kostenlos, nicht in dem Sinne wie noch vor wenigen Wochen, als es noch eine Gebühr für die Anmeldung in Höhe von 50ct. pro Tag gab.

Aber genau da ist dann der Unterschied zwischen Gelsen-Net und dem von mir favorisiertem Freifunk: Anmeldung. Hier im GRÜNEN Büro zum Beispiel bin ich eher im Freifunknetz mit meinem Handy als im richtigem GRÜNEN WLAN, weil alphabetisch Freifunk vor Grün… kommt 🙂 Automatisch, ohne Anmeldung ohne irgendwas anzuklicken oder ähnliches.1

Bei der Telekom fand ich das schon immer etwas nervig. Man läuft durch die Stadt, das Handy findet zufällig einen Hotspot, kann aber damit nichts anfangen, weil die Daten nicht eingegeben sind und dann muss man sich für eine kurze Recherche erst groß anmelden.2 Ich hatte dann eher WLAN ausgeschaltet – und später dann vielleicht vergessen wieder einzuschalten.

Bei Gelsennet gibt es nun eine App dafür, die das einfacher macht. Aber die wählt sich dann gerne automatisch ein. Und dann beginnt das nächste Problem: Man darf nur einmal eingeloggt sein. Schon öfter habe ich im Hans-Sachs Haus erlebt, wie angeblich Daten auf dem iPad falsch sein sollen, weil das Handy sich – trotz ausgeschaltetem Autologin – ins Gelsennet eingeloggt hat. Also Handy raus, irgendwie ausloggen (da wird man dann aber in der App gerne als nicht eingeloggt angezeigt) und nach einiger Zeit dann auf dem iPad erneut vornehmen. Dauert ewig und ist super nervig. Und klar: Man braucht selten zwei Geräte im Netz, aber es ist wieder einfach umständlicher. Was, wenn der Akku auf dem einen Gerät leer geht, bevor man sich ausloggen kann, dann kann man mit dem anderen auch nicht loslegen.

Ich benutze das Gelsennet Netz oft im Hans-Sachs Haus. Da gibt es auch kein gutes Mobilfunk Netz, so dass man darauf zurückgreifen muss. Es bleibt nichts anders übrig.

Stattdessen gibt es auf der Hauptstraße doch eine gute Alternative: Freifunk. Ohne Anmeldung direkt im Internet. Bereitgestellt durch Privatpersonen und Firmen vor Ort und organisiert über den Verein Freifunk Rheinland. Anstatt ein Gegenmodell aufzubauen, wäre doch zu überlegen gewesen, wie man hier zusammen arbeitet. Wenn die Stadtwerke wirklich ein Interesse an einem dauerhaft kostenlosen Internet hätten, wieso dann nicht  Zusammenarbeit mit Freifunk? Beide Seiten würden gewinnen und am Ende auch die Bürgerinnen und Bürger in Gelsenkirchen. Dauerhaft und garantiert kostenlos, ohne Anmeldung und auch ohne wirkliches rechtliches Risiko.

Freifunk ist ein eigener Provider, damit den gleichen rechtlichen Bestimmungen unterworfen und nicht der Störerhaftung unterworfen. Aber auch das ist ja eine deutsche Besonderheit und eigentlich auch ein ganz anderes Thema.

Freuen wir uns über das neue Angebot, aber ich unterstütze trotzdem ein wirklich freies Internet.

  1. Jemand ne Idee, wie man auf dem iPhone Anmeldungen priorisieren kann? []
  2. Ja, wahrscheinlich kann ich mein Handy auch anders konfigurieren, aber im Vergleich zu sofort im Netz bleibt es eben ein Unterschied. []

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